Arbeitsgemeinschaft Spina Bifida und Hydrocephalus e.V.
Bundesweite Selbsthilfe für Menschen mit angeborener
Querschnittslähmung und Störung des Hirnwasserkreislaufs

Landesverband Bayern
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Hydrocephalus

HydrocephalusHydrocephalus ist eine Abflussstörung des Gehirnwasserkreislaufes. Er entwickelt sich bei den meisten Kindern mit Spina bifida (ca. 80 %). Ein Hydrocephalus kann aber auch - isoliert, ohne Spina bifida - in jedem Lebensalter durch Fehlbildungen und Tumore entstehen. Ferner tritt er häufig infolge von Komplikationen bei Frühgeburtlichkeit auf.

Das Gehirn und das Rückenmark sind in einer schützenden Flüssigkeit (dem Liquor cerebrospinalis) gelagert. Gebildet wird der Liquor in den großen, miteinander verbundenen Hirnkammern (Ventrikel) und fließt an die Oberfläche des Gehirnes ab. Beim Hydrocephalus ist der Abfluss gestört; es kommt zur Erweiterung der Ventrikel und ggf. rasch zur Druckerhöhung, da der Mensch täglich die 3-5fache Menge des Hirnwasservolumens bildet.
Vielfach muss der Abfluss operativ mittels ventilregulierten Shuntsystemen hergestellt werden. Durch bewährte Operationstechniken kann der Liquor abfließen. Erhöhter Liquordruck führt zu sehr unterschiedlichen Auffälligkeiten (Kopfschmerzen, Erbrechen). Teilleistungsschwächen (auch bei nicht geminderter Intelligenz) wie Orientierungs-, Konzentrationsschwäche oder Dyskalkulie u.a.m. sind Folge eines Hydrocephalus.

Normaldruckhydrocephalus - NPH - Altershirndruck
Kommt es im Verlauf des Lebens zu einer Erweiterung der Ventrikel mit einem nicht direkt messbaren Anstieg des Liquordrucks, spricht man von einem Normaldruckhydrocephalus. Im Englischen wird diese Erkrankung als Normal-Pressure-Hydrocephalus bezeichnet, kurz NPH. Ein erworbener Normaldruckhydrocephalus kann in jedem Lebensalter auftreten, kommt aber besonders häufig bei älteren Menschen (über 60 Jahre) vor und wird dann auch als Altershirndruck bezeichnet.

Für die Lebensqualität ist eine sorgfältige Druckregulierung von hoher Bedeutung.